Im Dunklen verborgen, fürchtend das Licht,
das Einhorn einsam durch die Wälder schlich.
Es suchte die Sonne, das Glück – fand es nicht.
Stille umgab es, alles schien fremd,
dürstend nach Hoffnung, Liebe – vehement.
„Niemand ist da, dessen Herz für mich brennt?“
„Hier bin ich, suche mich!“, erklang eine Stimme,
das Einhorn verwirrt – ob seiner Sinne.
„Was geschehen hier für seltsame Dinge?“
Noch einmal klang es, diesmal lauter,
nun schien der Klang etwas vertrauter,
seltsam voll der gleichen Trauer.
„Hier bin ich, warum suchst Du mich nicht?“
Das Einhorn scheu zur Seite wich.
„Wo kam das her? Wer verlangt da mich?“
Verwirrt rannte es auf und ab,
weil es ihm keine Ruhe gab.
„Wo bist Du Stimme? Sprich doch, sag!“
Doch plötzlich ward Still – kein Laut mehr zu hören,
dies hörte nicht auf, das Tier zu verstören,
zu sehr ließ es sich von der Stimme betören.
„Wo bist Du nur Stimme? Warum nicht bei mir?“
Wo war sie nur hin, konnt es was dafür?
Ein eiskalter Hauch durchdrang das Revier.
So sehr wir auch suchen, so sehr wir auch flehn,
so sehr wir versuchen, das richtge zu sehn,
so schwer fällt es uns, das Glück zu verstehn.
Thomas Horster — 2009
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